Test - Lenovo T470 Wärmeleitpaste

Durchgeführt am: 2020-05-31 von Alexander "gweep" G.

Vorwort

Ich wollte einmal gemessen testen, unter gleichen Bedingungen, wie viel Unterschied es ausmacht, wenn man die original verbaute Wärmeleitpaste eines Notebooks gegen eine von Overclocker gern benutzte austauscht.

Zum Testen habe ich Core-Temp verwendet sowie Prime 95 um der CPU einzuheizen. Als Wärmeleitpaste habe ich die Kryonaut von thermal grizzly verwendet. Ich habe die Wärmeleitpaste bei Amazon gekauft, auf die Wärmeleitpaste bin ich über Der 8auer gekommen, den ich bis vor Kurzem nicht kannte.

Test

Ich habe das Notebook am gleichen Platz unter gleichen Bedingungen getestet, bei jedem Test ist das Notebook 6 Minuten durchgehend gelaufen. Davor habe ich Treiber Updates installiert als auch die Firmware upgedated.

Test1 - Original Wärmeleitpaste

Ich beschränke mich auf die eigentlich interessanten Fakten, das ist einmal die CPU-Temperatur als auch auf die erreichte Leistung des Prozessors.

Die Leistung Schwankte zwischen 2494,50 - 2594,28 MHz, je nach gerade aktueller CPU-Temperatur bzw. Core-Temperatur.

CoreMax. °CMin. °C
07643
17642

Test2 - thermal grizzly "Kryonaut"

Die Leistung war stabil mit 2692,74 MHz. Ich denke, es war genau an der Grenze, das heißt, je nachdem wie die Umgebungstemperatur wäre, würde die CPU dann auch runtertakten.

CoreMax. °CMin. °C
07637
17637

Fazit

In beiden Fällen waren 76°C die Spitze des Eisberges, sobald der Wert überschritten werden würde, wird die CPU heruntergetaktet (Systemgesteuert), die maximale zulässige Temperatur des eingesetzten i5-Prozessors liegt bei 100°C.

Auffällig war das mit der Kryonaut die IDLE-Temperatur um 6 °C beim ersten Core und 5 °C beim zweiten Core niedriger ist. Genauso auch die Tatsache das die Leistung der CPU um doch knapp 100 MHz höher liegt, bzw. definitiv später einbricht.

Den Test habe ich aus Eigeninteresse gemacht, weil ich einfach wissen wollte, wie viel es ausmacht, wenn man in einem Notebook eine vernünftige Wärmeleitpaste verwendet. Das Ergebnis ist definitiv lohnenswert. Bei stärkeren i7-Prozessoren vor allem sehr sinnvoll, da diese viel früher, durch ihre höhere Temperatur, Leistung Einbußen. Das durfte auch Apple in Erfahrung bringen, als das i5 MacBook Pro besser abgeschnitten als das MacBook Pro mit einem i7. Einfach nur aufgrund der Tatsache, dass es die Leistung nicht halten konnte, weil es zu warm wurde. Dieses Problem ist allerdings nicht neu, nur hatte das natürlich niemand bei einem so teuren Notebook erwartet. Das ist übrigens auch ein Grund, warum Gaming Notebooks immer so schön Fett sind, damit sie auch die Leistung entsprechend lange halten können und nicht zu früh abriegeln.

Lohnt es sich? Aus meiner Sicht ja, der Aufwand ist recht gering. Akku entfernen, Notebook aufschrauben, zweiten Akku abstecken, Lüfter abstecken, ggf. einen RAM zur Sicherheit rausnehmen, vier schrauben Lösen und den Lüfter rausnehmen. Den Kühler und die CPU mit Isopropanol reinigen, die Wärmeleitpaste dünn auf der CPU auftragen, den Kühler wieder aufsetzen und nach der Beschriftung bei den Schrauben (1-4), langsam wieder anziehen. Ich mach das in drei "Runden", damit der Druck nicht auf einer Kante der CPU liegt und ggf. dann eine Ecke abbricht, womit die CPU defekt wäre. Danach wieder RAM einbauen, sofern einer ausgebaut wurde, Stecker von Lüfter und Akku anstecken. Deckel drauf und festschrauben, Akku rein und fertig. Dauert insgesamt vielleicht 10-15 Minuten. Stressen sollte man sich natürlich dabei nicht.

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